🚫 Diskriminierung erkennen – Vielfalt ist kein Risiko
In der Kinder- und Jugendhilfe erleben viele Menschen strukturelle Diskriminierung – nicht, weil sie etwas falsch machen, sondern weil sie nicht in stereotype Vorstellungen passen. Diese Seite zeigt, wie sich Diskriminierung äußert, welche Gruppen besonders betroffen sind und wie du dich schützen kannst.
⚠️ Typische Diskriminierungsmuster
🧠 Neurodivergenz (ADHS, Autismus, Hochsensibilität)
- „Sie wirken unstrukturiert – das ist nicht kindeswohlgeeignet“
- Pathologisierung von Reizempfindlichkeit oder Rückzug
- Ignorieren neurodivergenter Kommunikationsformen
Tipp: Diagnosen dokumentieren lassen. Auf Barrierefreiheit und Verständnis bestehen.
♿ Behinderung & chronische Erkrankung
- Zweifel an Erziehungsfähigkeit trotz funktionierender Alltagsbewältigung
- Fehlende barrierefreie Kommunikation
- Unterstellung von Überforderung statt Unterstützung
Tipp: Behindertenbeauftragte oder Verbände einbeziehen. Teilhaberechte einfordern.
💶 Bürgergeld & Armut
- „Wer arm ist, kann keine gute Mutter sein“
- Stigmatisierung als „bildungsfern“ oder „unfähig“
- Vernachlässigung wird pauschal unterstellt
Tipp: Auf sachliche Trennung von Armut und Kindeswohl hinweisen. Unterstützung statt Bewertung einfordern.
👩👧 Alleinerziehende
- „Allein mit Kind = instabil“
- Fehlende Partner werden als Risiko gewertet
- Überforderung wird unterstellt, statt Hilfe angeboten
Tipp: Netzwerk sichtbar machen. Diskriminierung dokumentieren und melden.
🎸 Lebensstil, Kleidung, Hobbys (Metal, Goth, alternative Szenen)
- „Schwarz gekleidet = depressiv“
- „Tätowiert = gefährlich“
- Musikgeschmack oder Ästhetik wird pathologisiert
Tipp: Lebensstil erklären, nicht rechtfertigen. Stereotype benennen und zurückweisen.
🧠 Woran du Diskriminierung erkennst
- Du wirst bewertet, bevor du gehört wirst
- Dein Lebensstil wird als Risiko dargestellt
- Du wirst als „Problem“ statt als Mensch gesehen
- Du fühlst dich beschämt, klein oder bedroht
🛡️ Was du tun kannst
- Gedächtnisprotokoll anfertigen
- Zeugen hinzuziehen
- Diskriminierung dokumentieren
- Ombudsstelle oder Antidiskriminierungsstelle kontaktieren
- Rechtsberatung einholen