🔄 Kooperationsparadox in der Jugendhilfe
Wenn Hilfe freiwillig sein soll – aber Nicht-Mitmachen bestraft wird: Diese Seite zeigt, wie das Versprechen von Freiwilligkeit in der Praxis oft zur Pflicht wird – und wie du dich schützen kannst.
🔍 Was ist das Kooperationsparadox?
Im Gesetz steht: Hilfe zur Erziehung ist freiwillig. Doch in der Praxis erleben viele Familien, dass sie unter Druck gesetzt werden, „mitzuwirken“. Wer sich verweigert, wird als „nicht kooperationsfähig“ eingestuft – mit teils drastischen Folgen.
⚠️ Typische Muster
- „Wenn Sie nicht mitarbeiten, müssen wir das Familiengericht einschalten.“
- Kooperation wird nicht klar definiert – aber erwartet
- Kritik oder Selbstschutz wird als Widerstand gewertet
- Hilfsangebote werden zur Bedingung für Umgang oder Rückführung
- Verweigerung wird als Kindeswohlgefährdung interpretiert
🧠 Wirkung auf Betroffene
- Gefühl von Fremdbestimmung und Erpressung
- Angst, sich zu äußern oder abzugrenzen
- Verlust von Vertrauen in das Hilfesystem
- Rückzug oder „Mitspielen“, um Eskalation zu vermeiden
🛡️ Was du tun kannst
- Frage: „Was genau verstehen Sie unter Kooperation?“
- Dokumentiere Aussagen, Bedingungen und Drucksituationen
- Verweise auf dein Recht auf Freiwilligkeit (§ 27 SGB VIII)
- Verfasse eine Stellungnahme zur Kooperationsbewertung
- Ziehe Ombudsstelle oder rechtliche Beratung hinzu