Leitfaden: Wie schreibe ich meine Geschichte?
Deine Geschichte zählt. Sie ist nicht nur ein persönliches Zeugnis, sondern auch ein Beitrag zur Aufklärung über strukturelle Probleme im System. Dieser Leitfaden hilft dir, deine Erfahrungen so zu schildern, dass sie für dich selbst klärend und für andere nachvollziehbar sind – ohne dass du dich überfordern musst.
Warum überhaupt schreiben?
- Um Klarheit zu gewinnen: Schreiben hilft, Gedanken zu ordnen.
- Um zu dokumentieren: Deine Geschichte ist ein Zeitzeugnis.
- Um gehört zu werden: Viele erleben Ähnliches – du bist nicht allein.
- Um Strukturen sichtbar zu machen: Deine Erfahrung ist Teil eines größeren Musters.
Was du brauchst
- Zeit und Ruhe – nimm dir den Raum, den du brauchst.
- Etwas zum Schreiben – digital oder analog.
- Mut, dich zu erinnern – aber auch die Freiheit, Pausen zu machen.
- Ggf. eine Vertrauensperson, die dich begleitet oder unterstützt.
Wie du anfangen kannst
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Aber hier sind einige Fragen, die dir helfen können:
- Wer bist du? (Alter, Rolle, Situation – so viel du teilen willst)
- Was ist passiert? (Was war der Auslöser? Wer war beteiligt?)
- Wie hast du es erlebt? (Gefühle, Gedanken, Reaktionen)
- Was hat sich verändert? (Für dich, deine Familie, dein Leben)
- Was war hilfreich – und was nicht?
- Was wünschst du dir? (Für dich, für andere, für das System)
Tipps für den Schreibprozess
- Schreib so, wie du sprichst – du musst keinen Roman verfassen.
- Nutze Absätze – das hilft beim Lesen und Denken.
- Du darfst wütend, traurig, verwirrt sein – alles ist erlaubt.
- Du entscheidest, was du teilen willst – und was nicht.
- Wenn du nicht weiterkommst: Mach eine Pause. Oder fang an einer anderen Stelle an.
Was passiert mit deiner Geschichte?
Wenn du möchtest, kannst du deine Geschichte anonymisiert im Wiki veröffentlichen oder zur Analyse einreichen. Du kannst sie auch nur für dich schreiben – als Teil deiner Verarbeitung. Alles ist freiwillig.
Du bist nicht allein
Viele Menschen erleben strukturelle Übergriffe – aber nur wenige sprechen darüber. Deine Geschichte ist ein Licht in einem System, das oft im Dunkeln arbeitet. Danke, dass du den Mut hast, sie zu erzählen.
Hinweis: Wenn du möchtest, helfen wir dir beim Strukturieren oder Anonymisieren deiner Geschichte. Schreib uns einfach.
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