Inobhutnahmen – Zahlen, Rückführungen & gesellschaftlicher Schaden
Inobhutnahmen sind drastische Eingriffe in das Leben von Kindern und Familien. Sie sollen schützen – doch sie verursachen auch immense Kosten, Traumatisierungen und gesellschaftliche Spannungen. Diese Seite zeigt, was die Zahlen sagen – und was sie verschweigen.
1. Aktuelle Zahlen (2023)
- 74.600 Kinder und Jugendliche wurden 2023 in Deutschland in Obhut genommen https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/12/PD24_454_225.html?citationMarker=43dcd9a7-70db-4a1f-b0ae-981daa162054.
- Das sind 12 % mehr als im Vorjahr – ein Anstieg um 8.100 Fälle https://jugendhilfeportal.de/artikel/anstieg-der-inobhutnahmen-von-kindern-und-jugendlichen-im-jahr-2023?citationMarker=43dcd9a7-70db-4a1f-b0ae-981daa162054.
- 53 % der Inobhutnahmen betrafen unbegleitete minderjährige Geflüchtete https://kinderschutzbund-sachsen.de/destatis-zahl-der-inobhutnahmen-2023-gestiegen/?citationMarker=43dcd9a7-70db-4a1f-b0ae-981daa162054.
- 36 % erfolgten wegen vermuteter Kindeswohlgefährdung im familiären Kontext.
- Die durchschnittliche Dauer betrug 50 Tage, ein Drittel endete innerhalb einer Woche.
Rückführungen & unrechtmäßige Entnahmen
Offizielle Zahlen zu unrechtmäßigen Inobhutnahmen gibt es nicht – doch Rückführungen sind ein Indikator:
- Rund 30–40 % der Kinder werden innerhalb weniger Tage oder Wochen zurückgeführt https://kinderschutzbund-sachsen.de/destatis-zahl-der-inobhutnahmen-2023-gestiegen/?citationMarker=43dcd9a7-70db-4a1f-b0ae-981daa162054.
- In vielen Fällen erfolgt die Rückführung ohne gerichtliche Entscheidung – ein Hinweis auf fehlende rechtliche Grundlage.
- Studien und Fachberichte deuten darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Inobhutnahmen vermeidbar oder unverhältnismäßig war.
- Ombudsstellen berichten regelmäßig von Fällen, in denen keine akute Gefährdung vorlag, aber dennoch eingegriffen wurde.
Volkswirtschaftlicher Schaden
Die finanziellen Auswirkungen sind enorm – und oft unterschätzt:
- Die Unterbringung eines Kindes in einer stationären Einrichtung kostet laut MDR bis zu 15.000 € pro Monat https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/inobhutnahme-hohe-kosten-einrichtungen-ausgelastet-102~amp.html?citationMarker=43dcd9a7-70db-4a1f-b0ae-981daa162054.
- Bei 74.600 Inobhutnahmen ergibt sich ein potenzieller Kostenblock von über 11 Milliarden Euro jährlich – allein für die Unterbringung.
- Wenn nur 10 % dieser Fälle vermeidbar wären, könnten jährlich über 1 Milliarde Euro eingespart werden.
- Hinzu kommen Folgekosten durch Traumatisierung: psychische Erkrankungen, Schulabbrüche, Arbeitslosigkeit, Therapiebedarf.
- Auch Justizkosten (Gerichte, Gutachten, Verfahrensbeistände) summieren sich auf hunderte Millionen Euro jährlich.
Gesellschaftliche & demokratische Folgen
Die Schäden sind nicht nur finanziell – sondern auch sozial und politisch:
- Kinder verlieren Vertrauen in Erwachsene und Institutionen.
- Eltern erleben Ohnmacht, Stigmatisierung und langfristige Bindungsabbrüche.
- Fachkräfte geraten unter Druck, handeln aus Angst vor Fehlern – nicht aus Überzeugung.
- Das Vertrauen in den Rechtsstaat leidet – besonders bei benachteiligten Gruppen.
- Die politische Debatte wird von Skandalen und Symbolpolitik dominiert – nicht von nachhaltigen Lösungen.
Was sich ändern muss
- Bessere Prüfung vor Inobhutnahmen – mit klaren Standards und Dokumentationspflicht.
- Systematische Erfassung von Rückführungen und Fehlentscheidungen.
- Transparente Kosten-Nutzen-Analysen – auch für Alternativen zur Inobhutnahme.
- Stärkung von Prävention, Familienhilfe und niedrigschwelligen Angeboten.
- Unabhängige Kontrolle durch Ombudsstellen und Fachaufsichten – mit echter Durchsetzungskraft.
Inobhutnahmen sind in wenigen extremen Situationen notwendig – aber sie dürfen kein Automatismus sein. Jeder Eingriff muss gut begründet, dokumentiert und überprüfbar sein. Denn jeder Fehler kostet – nicht nur Geld, sondern Vertrauen, Gesundheit und Zukunft.
Weitere Systemblicke:
Gründe für das Ausbleiben von Handeln durch Politik und Justiz