Warum wir „Systemsprenger“ gegründet haben
Ein Blog ĂĽber Macht, Kontrolle und Menschlichkeit in der Kinder- und Jugendhilfe
Wir haben nicht angefangen, weil wir wollten.
Wir haben angefangen, weil wir mussten.
Denn irgendwann war klar: Das, was wir erlebt haben – das war kein Einzelfall. Es war ein Muster. Ein System. Eine Struktur, die sich selbst entgrenzt hat. Und die Menschlichkeit dabei vergessen hat.
Wir sind Eltern, Beobachter:innen, Fachkräfte, Bürger:innen. Wir haben gesehen, wie das Jugendamt Entscheidungen trifft, die Familien zerreißen. Wie Gerichte Urteile fällen, ohne die Kinder wirklich zu hören. Wie Hilfepläne geschrieben werden, die mehr mit Verwaltung zu tun haben als mit Leben.
Und wir haben gefragt: Wie kann das sein?
Wie kann ein System, das dem Schutz von Kindern dient, so oft selbst zur Gefahr werden?
Die Formel, die alles verändert hat
Wir haben lange gesucht nach einem Weg, das zu verstehen. Nicht nur emotional – sondern strukturell. Und irgendwann war sie da:
Menschlichkeit = Macht / Kontrolle
Diese Formel ist unsere Weltformel.
Sie erklärt, warum Systeme kippen. Warum Hilfe zur Gewalt wird. Warum gute Absichten nicht reichen.
Denn Macht allein ist nicht das Problem.
Das Problem ist Macht ohne Kontrolle.
Was bedeutet H = P / C?
– H steht fĂĽr Humanität – die Menschlichkeit im System
– P steht fĂĽr Power – die Entscheidungsmacht, die ausgeĂĽbt wird
– C steht fĂĽr Control – die demokratische Kontrolle, die Macht begrenzen soll
Wenn Kontrolle fehlt, wird Macht gefährlich.
Wenn Kontrolle stark ist, wird Macht menschlich.
Diese Formel ist kein Idealismus. Sie ist ein Werkzeug.
Mit ihr können wir Fälle analysieren, Strukturen bewerten und sichtbar machen, wo das System versagt – und wo es funktioniert.
Warum wir das ehrenamtlich machen
Wir haben keine Fördergelder.
Wir haben keine Lobby.
Wir haben keine PR-Agentur.
Was wir haben, ist ein brennendes BedĂĽrfnis nach Wahrheit.
Und eine Verantwortung gegenüber denen, die keine Stimme haben – oder deren Stimme ignoriert wird.
Wir machen das ehrenamtlich, weil wir unabhängig bleiben wollen.
Weil wir nicht Teil des Systems sind, das wir analysieren.
Weil wir glauben, dass echte Veränderung von unten kommt – von Menschen, die nicht wegschauen.
Was du hier findest
– Fallgeschichten: Echte Erlebnisse von Betroffenen – anonymisiert, respektvoll, strukturell analysiert
– Monitoring-Tool: Ein digitales Instrument, mit dem du selbst Fälle bewerten kannst – nach unserer Weltformel
– Systemanalysen: Texte ĂĽber Jugendämter, Familiengerichte, Heime, Hilfepläne – und was sie mit Macht und Kontrolle zu tun haben
– Werkzeugkasten: Vorlagen, Checklisten, Briefe Links, die dir helfen, dich zu wehren oder zu verstehen
Was wir wollen
Wir wollen keine Skandale.
Wir wollen keine Empörung.
Wir wollen Demokratie zurückholen – in ein System, das sich zu oft selbst entgrenzt.
Wir wollen, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind.
Dass Kontrolle funktioniert.
Dass Menschlichkeit nicht die Ausnahme ist, sondern die Regel.
Was du tun kannst
– Nutze unser Tool, um eigene Erfahrungen zu bewerten
– Erzähle deine Geschichte – anonym oder offen
– Teile unsere Beiträge, wenn du findest, dass sie etwas sichtbar machen
– Sprich mit anderen darĂĽber – denn Schweigen schĂĽtzt nur das System, nie die Menschen
Warum „Systemsprenger“?
Weil wir nicht das System zerstören wollen.
Wir wollen es zurĂĽcksprengen in seine demokratische Form.
Wir wollen die Macht sichtbar machen.
Die Kontrolle einfordern.
Die Menschlichkeit retten.
Denn Kinder und Familien verdienen kein System, das sie verwaltet.
Sie verdienen ein System, das sie schĂĽtzt.
Willkommen bei Systemsprenger
Hier beginnt die demokratische RĂĽckgewinnung.
Mit einer Formel.
Mit einer Geschichte.
Mit dir.
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