GLOSSAR – MODUL 3: MONITORING, ANALYSE & DOKUMENTATION
1. Monitoring‑Tool
Definition: Ein strukturiertes Instrument zur systematischen Erfassung von Ereignissen, Mustern und Machtverschiebungen.
Systemische Einordnung: Es ersetzt subjektive Wahrnehmung durch objektive Daten.
Bezug zu H = P/C: Monitoring macht sichtbar, wo P steigt oder C sinkt.
Beispiel: Dokumentation aller Kontaktabbrüche durch das Jugendamt.
2. Ereignisprotokoll
Definition: Chronologische Auflistung einzelner Ereignisse mit Zeit, Akteur und Wirkung.
Systemische Einordnung: Protokolle erzeugen Transparenz und rekonstruierbare Abläufe.
Bezug: Protokolle zeigen, wann P/C kippt.
Beispiel: „Telefonat am 12.03., keine Begründung für Maßnahme.“
3. Verfahrenslogbuch
Definition: Erweiterte Dokumentation, die nicht nur Ereignisse, sondern auch Dynamiken und Muster erfasst.
Systemische Einordnung: Das Logbuch bildet die Verfahrensphysik ab.
Bezug: Zeigt langfristige P/C‑Verschiebungen.
Beispiel: Wiederkehrende Verzögerungen über Monate.
4. Kontrollmatrix
Definition: Tabelle, die zeigt, welche Kontrollmechanismen existieren und welche fehlen.
Systemische Einordnung: Machtkontrolle wird sichtbar und messbar.
Bezug: Niedrige Matrixwerte = niedriges C = hoher H.
Beispiel: „Gutachtenprüfung: nicht vorhanden.“
5. Machtmatrix
Definition: Darstellung der Machtmittel aller beteiligten Akteure.
Systemische Einordnung: Macht wird quantifiziert, nicht gefühlt.
Bezug: Hohe P‑Werte ohne C‑Gegenwerte → Schaden.
Beispiel: Jugendamt: 8/10, Eltern: 1/10.
6. Ereigniscluster
Definition: Gruppe ähnlicher Ereignisse, die ein Muster bilden.
Systemische Einordnung: Cluster zeigen strukturelle Probleme, keine Einzelfälle.
Bezug: Cluster zeigen, wo P systematisch missbraucht wird.
Beispiel: Mehrere unbegründete Terminabsagen.
7. Musteranalyse
Definition: Identifikation wiederkehrender Abläufe, Verzerrungen oder Eingriffsformen.
Systemische Einordnung: Muster sind die Sprache des Systems.
Bezug: Muster zeigen, wo C dauerhaft versagt.
Beispiel: Jede Nachfrage führt zu Sanktionen.
8. Verfahrenspfad
Definition: Der tatsächliche Weg, den ein Verfahren nimmt – nicht der gesetzliche.
Systemische Einordnung: Pfade zeigen Abweichungen und Drift.
Bezug: Pfadabweichungen = P steigt, C sinkt.
Beispiel: Statt Anhörung → sofortige Maßnahme.
9. Verfahrensverzerrung
Definition: Abweichung von objektiven Standards durch Bias, Druck oder Strukturfehler.
Systemische Einordnung: Verzerrung ist ein Systemeffekt.
Bezug: Verzerrung erhöht P/C‑Ungleichgewicht.
Beispiel: Nur negative Informationen werden berücksichtigt.
10. Verfahrensbruch
Definition: Unterbrechung oder Missachtung gesetzlicher oder fachlicher Standards.
Systemische Einordnung: Brüche sind Indikatoren für Kontrollverlust.
Bezug: Bruch = C fällt → H steigt.
Beispiel: Keine Anhörung trotz Pflicht.
11. Verfahrensschatten
Definition: Bereiche des Verfahrens, die nicht dokumentiert oder nachvollziehbar sind.
Systemische Einordnung: Schattenräume sind Machtverstärker.
Bezug: Schatten = C → 0.
Beispiel: Telefonate ohne Aktenvermerk.
12. Verfahrensschleife
Definition: Wiederkehrende, nicht zielführende Abläufe, die Zeit und Ressourcen binden.
Systemische Einordnung: Schleifen erzeugen systemische Erschöpfung.
Bezug: Schleifen senken C, weil Betroffene ermüden.
Beispiel: Immer neue Unterlagen, die nie gelesen werden.
13. Verfahrensblockade
Definition: Zustand, in dem ein Verfahren nicht mehr vorankommt.
Systemische Einordnung: Blockaden sind strukturelle, keine individuellen Probleme.
Bezug: Blockade erhöht P, weil Betroffene handlungsunfähig werden.
Beispiel: Gericht reagiert monatelang nicht.
14. Verfahrensumleitung
Definition: Ablenkung von zentralen Themen auf Nebenschauplätze.
Systemische Einordnung: Umleitungen verschieben Macht.
Bezug: Umleitung senkt C, weil Fokus verloren geht.
Beispiel: Statt Kindeswohl → Diskussion über Tonfall.
15. Verfahrensblindheit
Definition: Unfähigkeit oder Unwillen, relevante Informationen wahrzunehmen.
Systemische Einordnung: Blindheit ist ein Systemfehler.
Bezug: Blindheit senkt C → H steigt.
Beispiel: Warnsignale werden ignoriert.
16. Verfahrensartefakt
Definition: Fehlerhafte oder künstliche Elemente im Verfahren, die als Fakten behandelt werden.
Systemische Einordnung: Artefakte entstehen durch schlechte Dokumentation.
Bezug: Artefakte erhöhen P künstlich.
Beispiel: Falsche Aktennotiz wird zur Wahrheit.
17. Verfahrensanomalie
Definition: Ereignis, das nicht in das normale Muster passt und auf Systemfehler hinweist.
Systemische Einordnung: Anomalien sind Frühwarnsignale.
Bezug: Anomalien zeigen P/C‑Kippmomente.
Beispiel: Plötzliche Maßnahme ohne Anlass.
18. Verfahrensdynamik
Definition: Die Bewegung, Geschwindigkeit und Richtung eines Verfahrens.
Systemische Einordnung: Dynamik zeigt, ob ein Verfahren stabil oder eskalierend ist.
Bezug: Dynamik zeigt, wie P und C sich über Zeit verändern.
Beispiel: Verfahren beschleunigt sich nach Kritik.
19. Verfahrensdiagnose
Definition: Systematische Analyse eines Verfahrens anhand von Mustern, Daten und Abweichungen.
Systemische Einordnung: Diagnose ersetzt Bauchgefühl durch Struktur.
Bezug: Diagnose zeigt, wo P/C korrigiert werden muss.
Beispiel: Analyse zeigt: 80% der Verzögerungen kommen vom Amt.
20. Verfahrensrekonstruktion
Definition: Nachträgliche, datenbasierte Rekonstruktion des tatsächlichen Ablaufs.
Systemische Einordnung: Rekonstruktion macht Unsichtbares sichtbar.
Bezug: Zeigt, wo C versagt hat.
Beispiel: Timeline zeigt: Gutachter hat nie Akten gelesen.
21. Verfahrenssimulation
Definition: Modellierung möglicher Verfahrensverläufe basierend auf Mustern.
Systemische Einordnung: Simulation zeigt Systemlogik, nicht Zukunft.
Bezug: Simulation zeigt, wo P/C kippen wird.
Beispiel: „Wenn Beschwerde → nächste Maßnahme wahrscheinlich.“