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Aktenkritik & Aktenwahrheit
Revision für “Aktenkritik & Aktenwahrheit” erstellt am 29. Dezember 2025, 12:41:17
| Titel | Aktenkritik & Aktenwahrheit |
|---|---|
| Inhalt | <section id="aktenkritik-wiki">
<h1>Aktenkritik & Aktenwahrheit</h1>
<strong>Akten sind keine objektive Wahrheit.</strong> Sie sind ein Produkt von Wahrnehmung, Bewertung und institutioneller Macht. Wer mit Behörden zu tun hat, muss lernen, Akten zu lesen – und zu hinterfragen.
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<hr>
<h2>Was ist Aktenkritik?</h2>
Aktenkritik bedeutet, die Inhalte von Behördenakten systematisch zu analysieren, auf Widersprüche zu prüfen und eigene Stellungnahmen zu ergänzen.
<ul>
<li><strong>Sprachliche Analyse:</strong> Werden wertende Begriffe wie „auffällig“, „uneinsichtig“, „emotional“ verwendet?</li>
<li><strong>Quellenprüfung:</strong> Ist belegt, was behauptet wird? Oder basiert es auf Hörensagen?</li>
<li><strong>Perspektivverengung:</strong> Kommen Betroffene selbst zu Wort? Oder nur Fachkräfte?</li>
<li><strong>Auslassungen:</strong> Fehlen entlastende Informationen, Gutachten, Zeugenaussagen?</li>
</ul>
<h2>Was bedeutet Aktenwahrheit?</h2>
„Aktenwahrheit“ beschreibt die <em>faktische Macht</em> von Akteninhalten: Was in der Akte steht, wird geglaubt – selbst wenn es falsch, verzerrt oder unvollständig ist. Das kann gravierende Folgen haben, z. B. in familiengerichtlichen Verfahren.
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<h2>Typische Fehler & Muster</h2>
<ul>
<li><strong>[[Framing]]:</strong> Aus „kritisch“ wird „verhaltensauffällig“</li>
<li><strong>[[Zirkelschlüsse]]:</strong> „Weil sie sich wehrt, ist sie instabil – also gefährdet sie das Kind“</li>
<li><strong>[[Pathologisierung]]:</strong> Emotionen werden als Krankheit gedeutet</li>
<li><strong>Einseitigkeit:</strong> Nur Aussagen von Fachkräften werden dokumentiert, nicht die der Betroffenen</li>
<li><strong>Aktenkopiererei:</strong> Fehlerhafte Einschätzungen werden über Jahre weiterkopiert</li>
</ul>
<h2>Machtmissbrauch erkennen</h2>
Wenn Akten zur Durchsetzung von Macht genutzt werden, spricht man von strukturellem Machtmissbrauch. Hinweise darauf sind:
<ul>
<li>Unangekündigte Hausbesuche mit mehreren Personen</li>
<li>Drohung mit Sorgerechtsentzug ohne richterliche Grundlage</li>
<li>Verweigerung der Akteneinsicht</li>
<li>Ignorieren fachärztlicher Stellungnahmen</li>
<li>Verweigerung von Zeugen oder Beiständen</li>
</ul>
<h2>Wie man sich schützt</h2>
<ul>
<li><strong>Akteneinsicht beantragen:</strong> Nach § 25 SGB X schriftlich verlangen</li>
<li><strong>Gegendarstellung einreichen:</strong> Falsche oder verzerrte Inhalte kommentieren</li>
<li><strong>Zeugen einbinden:</strong> Bei Gesprächen, Hausbesuchen, Telefonaten</li>
<li><strong>Gespräche dokumentieren:</strong> Gedächtnisprotokolle, Mitschriften, ggf. Tonaufnahmen (rechtlich prüfen!)</li>
<li><strong>Öffentlichkeit herstellen:</strong> Bürgerinitiativen, Presse, Ombudsstellen</li>
</ul>
<h2>Beispiele aus der Praxis</h2>
<ul>
<li><strong>Fall A:</strong> Mutter wird als „psychisch auffällig“ beschrieben – obwohl ärztliches Gutachten das Gegenteil belegt</li>
<li><strong>Fall B:</strong> Wohnung als „verwahrlost“ bezeichnet – obwohl Fotos das Gegenteil zeigen</li>
<li><strong>Fall C:</strong> Vater wird als „nicht kooperativ“ eingestuft – weil er Wahrheit verlangt</li>
</ul>
<h3>Weiterführende Systemblicke:</h3>
<a href="https://systemsprenger.eimen.net/systemblick/zirkelschluss-methoden-wenn-sich-das-system-selbst-bestaetigt/">Zirkelschluss-Methoden – Wenn sich das System selbst bestätigt</a>
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