Demokratiephysik fĂŒr die Kinder und Jugendhilfe

GLOSSAR – MODUL 1: SYSTEMPHYSIK & MACHTLOGIK

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GLOSSAR – MODUL 1: SYSTEMPHYSIK & MACHTLOGIK

1. Demokratiephysik

Definition: Die Analyse der KrÀfte, Strukturen und Dynamiken, die demokratische Systeme formen und verzerren.

Systemische Einordnung: Macht wird als physikalische GrĂ¶ĂŸe verstanden, nicht als moralische.

Bezug zu H = P/C: Demokratiephysik beschreibt, wie Macht (P) und Kontrolle (C) im System verteilt sind.

Beispiel: Wenn ein Jugendamt faktisch unkontrolliert agiert, entsteht ein Machtvakuum – ein physikalischer Zustand, kein moralischer.

2. Machtprofil

Definition: Die Gesamtheit der verfĂŒgbaren Machtmittel einer Institution oder Person.

Systemische Einordnung: Machtprofile sind messbar und vergleichbar.

Bezug zu H = P/C: Ein hohes P bei niedrigem C erzeugt systemischen Schaden.

Beispiel: Ein Gutachter mit Aktenhoheit hat ein extrem hohes Machtprofil.

3. Kontrollprofil

Definition: Die Summe der Mechanismen, die Macht begrenzen, ĂŒberprĂŒfen oder korrigieren.

Systemische Einordnung: Kontrolle ist kein GefĂŒhl, sondern Infrastruktur.

Bezug zu H = P/C: Je niedriger C, desto höher der Schaden (H).

Beispiel: Wenn ein Gericht Gutachten nicht prĂŒft, sinkt C auf nahezu null.

4. Kontrollverlust

Definition: Zustand, in dem Kontrollmechanismen nicht mehr greifen oder systematisch umgangen werden.

Systemische Einordnung: Kontrollverlust ist ein strukturelles PhÀnomen, kein individuelles.

Bezug zu H = P/C: Kontrollverlust bedeutet C → 0, also H → ∞.

Beispiel: Wenn Beschwerden im System versanden, liegt Kontrollverlust vor.

5. Machtasymmetrie

Definition: Ungleichgewicht zwischen den Machtprofilen zweier Akteure.

Systemische Einordnung: Asymmetrien erzeugen systemische Verzerrungen.

Bezug zu H = P/C: Je grĂ¶ĂŸer die Asymmetrie, desto höher das Schadpotenzial.

Beispiel: Eltern vs. Jugendamt ist eine extreme Machtasymmetrie.

6. Systemblick

Definition: Die FĂ€higkeit, Muster, Strukturen und Dynamiken ĂŒber EinzelfĂ€lle hinaus zu erkennen.

Systemische Einordnung: Systemblick ersetzt Emotionalisierung durch Mustererkennung.

Bezug zu H = P/C: Systemblick zeigt, wo P und C strukturell falsch verteilt sind.

Beispiel: Wiederkehrende Verfahrensverzögerungen sind kein Zufall, sondern Muster.

7. Verfahrensphysik

Definition: Die KrÀfte, Reibungen und Bewegungen innerhalb eines Verwaltungs- oder Gerichtsverfahrens.

Systemische Einordnung: Verfahren folgen physikalischen Mustern, nicht moralischen.

Bezug zu H = P/C: Reibung entsteht, wenn P und C nicht balanciert sind.

Beispiel: Ein Gutachten erzeugt eine massive Kraftverschiebung im Verfahren.

8. Eskalationsgradient

Definition: Die Geschwindigkeit, mit der ein Verfahren in höhere KomplexitÀt oder Konflikt driftet.

Systemische Einordnung: Ein hoher Gradient zeigt strukturelle Fehlsteuerung.

Bezug zu H = P/C: Je höher P und je niedriger C, desto steiler der Gradient.

Beispiel: Wenn jede Beschwerde zu mehr Druck fĂŒhrt, ist der Gradient hoch.

9. Institutionelle Drift

Definition: Langsame, unbemerkte Abweichung einer Institution von ihrem gesetzlichen Auftrag.

Systemische Einordnung: Drift ist ein schleichender Systemfehler.

Bezug zu H = P/C: Drift erhöht P ohne entsprechende C‑Mechanismen.

Beispiel: Wenn JugendÀmter faktisch zu Gerichten werden, liegt Drift vor.

10. Institutionelle TrÀgheit

Definition: Widerstand einer Institution gegen VerÀnderung, Korrektur oder Selbstreflexion.

Systemische Einordnung: TrÀgheit ist ein physikalisches Prinzip, kein moralisches.

Bezug zu H = P/C: TrÀgheit verhindert Kontrolle (C), Schaden steigt.

Beispiel: Beschwerden werden ignoriert, weil „man das schon immer so gemacht hat“.

11. Institutionelle Blindzone

Definition: Bereiche, die eine Institution systematisch nicht wahrnimmt oder nicht wahrnehmen will.

Systemische Einordnung: Blindzonen sind strukturell, nicht individuell.

Bezug zu H = P/C: Blindzonen reduzieren C und erhöhen H.

Beispiel: Kindeswohl wird nur aktenbasiert bewertet, nicht realitÀtsbasiert.

12. Strukturelle Gewalt

Definition: Schaden, der durch Systeme entsteht, nicht durch individuelle Absicht.

Systemische Einordnung: Gewalt ohne TĂ€ter, aber mit Wirkung.

Bezug zu H = P/C: Strukturelle Gewalt ist das Ergebnis von P ≫ C.

Beispiel: Falsche Gutachten, die nie korrigiert werden.

13. Systemstress

Definition: Überlastung eines Systems, die zu Fehlentscheidungen fĂŒhrt.

Systemische Einordnung: Stress erzeugt Verzerrungen.

Bezug zu H = P/C: Stress senkt C, P bleibt gleich → H steigt.

Beispiel: Überlastete Sachbearbeiter treffen riskante Entscheidungen.

14. Systemresonanz

Definition: VerstÀrkungseffekt, wenn mehrere Fehlstrukturen sich gegenseitig verstÀrken.

Systemische Einordnung: Resonanz ist ein Multiplikator.

Bezug zu H = P/C: Resonanz erhöht P/C exponentiell.

Beispiel: Jugendamt + Gutachter + Gericht → geschlossene Resonanzschleife.

15. Systemschatten

Definition: Bereiche, in denen Entscheidungen ohne Transparenz oder Kontrolle getroffen werden.

Systemische Einordnung: SchattenrÀume sind MachtverstÀrker.

Bezug zu H = P/C: Schatten = C → 0.

Beispiel: Telefonate zwischen Gutachter und Jugendamt ohne Dokumentation.

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