Selektives Framing erkennen
Revision für “Selektives Framing erkennen” erstellt am 7. Juli 2026, 11:55:22
| Titel | Selektives Framing erkennen |
|---|---|
| Inhalt | <h2>Selektives Framing erkennen</h2>
<strong>Wenn nur ein Teil der Geschichte erzählt wird:</strong> Diese Seite hilft dir, selektives Framing in der Jugendhilfe zu erkennen und dich dagegen zu wehren.
<h3>Was ist selektives Framing?</h3>
<h3><strong>Selektives Framing</strong> bedeutet, dass Informationen gezielt ausgewählt oder ausgelassen werden, um ein bestimmtes Bild zu erzeugen – oft zu Lasten der Betroffenen.
Typische Muster – und wie sie sich zeigen</h3>
<ul>
<li><strong>Einzelfälle werden verallgemeinert:</strong>
<em>Beispiel:</em> Ein Kind kommt mit einem blauen Fleck in die Kita. Ohne Rückfrage wird ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung dokumentiert – obwohl der Fleck vom Toben auf dem Spielplatz stammt.
→ Die Familie wird unter Generalverdacht gestellt, obwohl keine weiteren Hinweise auf Gewalt vorliegen. Kritisch wird es hier wenn eigentlich neutrale Helfer oder Mediziner beginnen dieses Narrativ zu festigen um der Behörde zu "gefallen".</li>
<li><strong> Wichtiger Kontext fehlt:</strong>
<em>Beispiel:</em> Die Wohnung ist bei einem unangekündigten Hausbesuch unaufgeräumt. Es wird von „verwahrlosten Zuständen“ gesprochen – ohne zu erwähnen, dass die Familie gerade umzieht, Renovierungsarbeiten durchführt oder ein krankes Kind betreut.
→ Die Situation wird verzerrt dargestellt, obwohl es nachvollziehbare Gründe gibt.</li>
<li><strong> Nur Defizite werden dokumentiert:</strong>
<em>Beispiel:</em> In der Akte steht: „Mutter wirkt überfordert, Kind zeigt Auffälligkeiten.“ Nicht erwähnt wird, dass die Mutter sich aktiv um Hilfe bemüht und das Kind Fortschritte macht.
→ Positive Entwicklungen und Ressourcen werden ignoriert.</li>
<li><strong> Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen:</strong>
<em>Beispiel:</em> Die Aussage „Ich bin manchmal überfordert“ wird als Beleg für Erziehungsunfähigkeit gewertet – obwohl sie im Kontext einer offenen Reflexion über Stresssituationen fiel. Generell finden wir oft verzerrte, umgedeutete oder Zirkelschluss-Methoden in Akten.
→ Ehrlichkeit wird gegen die Betroffenen verwendet.</li>
<li><strong> Fachsprache wird zur Deutungsmacht:</strong>
<em>Beispiel:</em> Es wird von „unzureichender Bindungstoleranz“ gesprochen – ohne zu erklären, was das bedeutet oder wie diese Einschätzung zustande kam. Oft wird diese "Fachsprache" eingesetzt wenn Eltern beginnen das Vorgehen oder Handeln der Behörde zu kritisieren oder ihre GRUNDRECHTE beanspruchen, mit dem Ziel sie komplett zu delegitimieren.
→ Fachbegriffe verschleiern subjektive Einschätzungen und erschweren Widerspruch.</li>
<li><strong>Entlastende Aussagen von Dritten werden ignoriert</strong>: Das ist ein Roter Faden in allen Akten die wir lesen, Positive Rückmeldungen, zum Beispiel Schulen, Kitas, Nachbarn, Bekannten, Verwandten und oft sogar anderen Familienmitglieder wie ältere Geschwister, werden gezielt ignoriert. Wir haben Fälle gesehen wo über ältere, teils sogar bereits Erwachsene Geschwister Behauptungen aufgestellt werden, aber nicht ein einziges Protokoll dazu in den Akten zu finden ist.</li>
</ul>
<h3>Wirkung auf Betroffene</h3>
<ul>
<li>Gefühl der Ohnmacht und Ungerechtigkeit</li>
<li>Angst, sich zu äußern</li>
<li>Verlust von Vertrauen in das System</li>
<li>Selbstzweifel und Rückzug</li>
<li>Schwerste Depressionen durch Institutionelles Gaslightning</li>
</ul>
Wir treffen bei unseren Analysen sogut wie immer auf derartige Methoden. Hier scheint sich im Rahmen der Ausbildung bereits die Tendenz festgesetzt zu haben immer auf Worst Case zu übertreiben oder einfach etwas anzudichten das dem Narrativ entspricht. Selektives Framing scheint fester Bestandteil der normalen Arbeitsweise geworden zu sein.
<h3>Was du tun kannst</h3>
<ul>
<li>Akteneinsicht beantragen (§ 25 SGB X)</li>
<li>Widerspruch gegen falsche Darstellungen einlegen</li>
<li>Eigene Stellungnahme zur Akte geben</li>
<li>Zeugenberichte oder ärztliche Einschätzungen beifügen</li>
<li>Ombudsstelle kontaktieren</li>
</ul>
<h3>Weiterführende Informationen</h3>
<ul>
<li><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__25.html" target="_blank" rel="noopener">SGB X § 25 – Akteneinsicht</a></li>
<li><a href="https://www.ombudschaft-jugendhilfe-niedersachsen.de" target="_blank" rel="noopener">Ombudschaft Jugendhilfe Niedersachsen</a></li>
<li><a href="https://www.kinder-jugendhilfe.info/allgemeine-rahmenbedingungen/recht/grundrechte" target="_blank" rel="noopener">Grundrechte in der Jugendhilfe</a></li>
<li><a href="https://www.antidiskriminierungsstelle.de" target="_blank" rel="noopener">Antidiskriminierungsstelle des Bundes</a></li>
</ul>
<h3>Themenverwande Systemblicke:</h3>
<ul>
<li><a href="https://systemsprenger.eimen.net/systemblick/aktenkritik-aktenwahrheit/">Aktenkritik & Aktenwahrheit</a></li>
<li><a href="https://systemsprenger.eimen.net/systemblick/psychologisierung-als-machtmittel/">Psychologisierung als Machtmittel </a></li>
<li><a href="https://systemsprenger.eimen.net/systemblick/sprache-verstehen-macht-durch-worte/">Sprache verstehen – Macht durch Worte</a></li>
<li><a href="https://systemsprenger.eimen.net/systemblick/verlust-der-unschuldsvermutung/">Verlust der Unschuldsvermutung</a></li>
</ul> |
| Auszug |