Demokratiephysik fĂĽr die Kinder und Jugendhilfe

Ergebnisse Monitoring

Ergebnisse unseres Monitoringtools Stand 19.07.2026

Eingaben Gesamt: 7

Frage 1: Wie wurden Sie in Gesprächen mit der Behörde behandelt?

Antworten:

Herablassend oder belehrend – 5

Abwertend oder feindselig – 1

Sachlich und neutral – 1


Frage 2: Wurden Ihre Aussagen korrekt dokumentiert?

Antworten:

Nein, verzerrt oder falsch wiedergegeben – 6

Ich weiĂź es nicht / keine Einsicht erhalten – 1


Frage 3: Wurden Sie über Ihre Rechte und Möglichkeiten informiert?

Antworten:

Nein, gar nicht – 4

Es wurde bewusst verunsichert – 2

Ja, klar und verständlich – 1


Frage 4: Hatten Sie Zugang zur vollständigen Akte?

Antworten:

Ich weiĂź nicht, ob sie vollständig war – 5

Nein, wurde verweigert – 2


Frage 5: Wurden Entscheidungen nachvollziehbar begrĂĽndet?

Antworten:

Nein, pauschal oder unklar – 5

Teilweise, aber lĂĽckenhaft – 1

Entscheidungen wurden gar nicht erklärt – 1


Frage 6: Wurde Ihre Sichtweise in Entscheidungen berĂĽcksichtigt?

Antworten:

Nein, sie wurde abgewertet oder ĂĽbergangen – 6

Ich wurde gar nicht gefragt – 1


Frage 7: Wurde die Bindung Ihres Kindes zu Ihnen berĂĽcksichtigt?

Antworten:

Es wurde aktiv gegen die Bindung gearbeitet – 6

Nein, sie wurde ignoriert oder unterbrochen – 1


Frage 8: Wurde Ihr Kind altersgerecht beteiligt?

Antworten:

Nein, es wurde ĂĽbergangen – 6

Es wurde manipulativ befragt – 1


Frage 9: Wurden Geschwisterkontakte geschĂĽtzt?

Antworten:

Nein, sie wurden getrennt – 1

Teilweise, mit Einschränkungen – 1

Es wurde kein Bezug genommen – 5


Frage 10: Wurden mildere Mittel geprĂĽft, bevor MaĂźnahmen ergriffen wurden?

Antworten:

Nein, es wurde direkt eingegriffen – 5

Es wurde behauptet, Alternativen seien nicht möglich – 2


Frage 11: Wurden UnterstĂĽtzungsangebote gemacht, bevor es zu Eingriffen kam?

Antworten:

Nein, es gab keine Angebote – 6

Nur unter Druck – 1


Frage 12: Wurde die Maßnahme regelmäßig überprüft?

Antworten:

Nur formal, ohne echte PrĂĽfung – 2

Nein, sie lief einfach weiter – 2

Ich wurde nicht einbezogen – 3


Frage 13: Haben Sie oder Ihr Kind psychische Belastungen durch das Verfahren erlitten?

Antworten:

Ja, spĂĽrbare Belastungen – 5

Ja, schwerwiegende Folgen – 1

Ich kann das nicht einschätzen – 1


Frage 14: FĂĽhlen Sie sich vom System geschĂĽtzt oder bedroht?

Antworten:

Ich habe das Vertrauen verloren – 5

Weder noch – 1

Bedroht und ausgeliefert – 1


Frage 15: Haben Sie Vertrauen in die Institutionen behalten?

Antworten:

Teilweise – 1

Nein, vollständig verloren – 5

Ich vertraue nur einzelnen Personen, nicht dem System – 1


Fazit

Die vorliegenden Ergebnisse des Monitoring-Tools zeichnen ein kritisches Bild der aktuellen behördlichen Praxis in den untersuchten Fällen. Mit einer Stichprobe von 7 Teilnehmenden zeigen die Daten eine konsistente Wahrnehmung struktureller Defizite, die über bloße Einzelfallproblematiken hinausgehen.

Kernpunkte der Auswertung

Kommunikationskultur: In der überwältigenden Mehrheit der Fälle (6 von 7) berichten Betroffene von einer herablassenden, belehrenden oder gar feindseligen Behandlung durch die Behörden. Ein sachlicher, neutraler Umgang ist die Ausnahme.

Transparenzdefizite: Dokumentationsfehler, mangelnde Akteneinsicht und eine fehlende oder pauschale BegrĂĽndung von Entscheidungen fĂĽhren dazu, dass sich Betroffene den Prozessen gegenĂĽber machtlos und uninformiert ausgeliefert fĂĽhlen.

Missachtung des Kindeswohls: Besonders schwerwiegend ist die RĂĽckmeldung, dass Bindungen aktiv untergraben wurden (6 von 7) und die Beteiligung des Kindes nicht altersgerecht erfolgte. Dies widerspricht dem gesetzlichen Auftrag der Jugendhilfe massiv.

Verlust des Vertrauens: Das Vertrauen in das System ist bei den Befragten nahezu vollständig verloren gegangen. Nahezu alle Teilnehmenden geben an, psychische Belastungen durch das Verfahren erlitten zu haben.

Zusammenfassende Einschätzung

Die Daten legen nahe, dass das untersuchte System in den betroffenen Fällen weniger als unterstĂĽtzende Instanz agiert, sondern vielmehr als eine „Eingriffsverwaltung“, die präventive oder mildere Mittel systematisch ignoriert. Die Ergebnisse deuten auf eine strukturelle Schieflage hin, in der die Rechte der Eltern und die kindlichen BedĂĽrfnisse hinter einem als ĂĽbergriffig wahrgenommenen Prozess zurĂĽckstehen.

Die einstimmige Tendenz zu psychischer Belastung und Vertrauensverlust ist ein deutliches Alarmsignal für die Notwendigkeit grundlegender Reformen im Bereich der Verfahrenskontrolle und der behördlichen Kommunikation.

Hinweis: Aufgrund der geringen Fallzahl (n=7) sind diese Ergebnisse als qualitative Indikatoren für bestehende systemische Problemlagen zu verstehen, nicht als statistisch repräsentative Abbildung der gesamten Jugendhilfe.

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