Wenn ein familienpsychologisches Gutachten vorliegt, geraten Betroffene oft in Panik. Nutze diese Checkliste, um das Gutachten systematisch und emotionslos zu zerlegen.
Formalia prüfen: Stimmen Namen, Geburtsdaten und Kernfakten (z.B. Wer wohnt wo seit wann)? Fehler hier deuten auf Copy-Paste-Arbeit des Gutachters hin.
Transparenz der Methoden: Ist offengelegt, welche Testverfahren (z.B. Fragebögen) genutzt wurden und sind diese wissenschaftlich anerkannt?
Trennung von Befund und Interpretation: Schreibt der Gutachter, was er gesehen hat, oder bewertet er sofort? (Beispiel falsch: „Die Mutter ist überfordert.“ – Richtig wäre: „Das Kind weinte 5 Minuten, die Mutter nahm es in den Arm.“)
Wohlwollens-Prinzip: Wurden Interaktionen mit beiden Elternteilen gleichwertig, unter ähnlichen Bedingungen und in gleichem zeitlichen Umfang untersucht?
Sprachanalyse: Werden über dich Abwertungen genutzt („wirkt starrsinnig“) während der andere Part positiv besetzt wird („wirkt pragmatisch“)?
Ressourcenblick: Werden nur Defizite gesucht oder auch deine Stärken und die Bindung des Kindes zu dir gewürdigt?