- 1. H = P / C (Grundformel)
- 2. Machtindex (P)
- 3. Kontrollindex (C)
- 4. Verfahrenslast
- 5. Verfahrensrisiko
- 6. Verfahrensdichte
- 7. Verfahrenskomplexität
- 8. Eskalationskoeffizient
- 9. Macht-Kontroll-Differenz (MKD)
- 10. Institutionelle Reibung
- 11. Institutionelle Verzögerung
- 12. Institutionelle Fehlsteuerung
- 13. Institutionelle Überlast
- 14. Institutionelle Unterlast
- 15. Institutionelle Fehlallokation
- 16. Institutionelle Prioritätsverschiebung
- 17. Institutionelle Kapazitätsillusion
- 18. Institutionelle Kompetenzillusion
- 19. Institutionelle Verantwortungsdiffusion
1. H = P / C (Grundformel)
Definition: Das Maß an realisierter Menschlichkeit (H) im System.
Systemische Einordnung: H ist der Zielwert. Es ist ein dynamisches Gleichgewicht, kein statischer Zustand.
Bezug: Um H bei steigender Macht (P) stabil zu halten, muss die Kontrolle (C) proportional mitwachsen. Ein Sinken von H bedeutet, dass das System in Richtung Anomie oder Autoritarismus driftet.
2. Machtindex (P)
Definition: Die quantifizierte „Masse“ an Eingriffsbefugnissen und Entscheidungsgewalt.
Systemische Einordnung: Macht ist eine konstante Größe im sozialen Raum, die Strukturen krümmt.
Bezug: Ein hoher Machtindex erfordert zwingend einen hohen Kontrollindex, um die Krümmung (Verzerrung) zu kompensieren.
3. Kontrollindex (C)
Definition: Die „Gegenkraft“ zur Macht; Transparenz, Gewaltenteilung und Rechtsmittel.
Systemische Einordnung: Kontrolle ist die Infrastruktur, die verhindert, dass Macht in Willkür kollabiert.
Bezug: Wenn C stagniert, während P wächst, nähert sich H dem kritischen Bereich der Entartung.
4. Verfahrenslast
Definition: Der auf Betroffene ausgeübte Druck durch die Systemdichte.
Bezug: Hohe Verfahrenslast maskiert oft einen Mangel an echter Kontrolle (C), indem sie die Akteure mit Formalien beschäftigt, statt ihre Handlungen zu prüfen.
5. Verfahrensrisiko
Definition: Die Wahrscheinlichkeit eines systemischen Kollapses (Entartung).
Bezug: Das Risiko ist eine direkte Funktion der MKD (siehe Punkt 9). Je größer die Differenz zwischen P und C, desto instabiler das System.
6. Verfahrensdichte
Definition: Frequenz der Eingriffe/Entscheidungen pro Zeiteinheit.
Bezug: Hohe Dichte erhöht die „Gravitation“ des Systems. Ohne massive Kontrolle (C) führt dies dazu, dass Macht sich ungebremst im Raum ausbreitet.
7. Verfahrenskomplexität
Definition: Grad der Vernetzung von Akteuren.
Bezug: Hohe Komplexität verdeckt Machtzentren. Sie senkt die Transparenz und erschwert es, die notwendige Kontrolle (C) punktgenau anzusetzen.
8. Eskalationskoeffizient
Definition: Die Steilheit des Machtzuwachses in einem Konflikt.
Bezug: Ein hoher Koeffizient bedeutet, dass Macht schneller „krümmt“, als das System Kontrollmechanismen nachziehen kann.
9. Macht-Kontroll-Differenz (MKD)
Definition: Die operative Lücke: MKD = P – C.
Bezug: Dies ist der zentrale Indikator. Ist die MKD positiv, verliert das System seine Menschlichkeit (H). Null-Differenz ist das Ziel für Stabilität.
10. Institutionelle Reibung
Definition: Energieverlust bei der Ausübung von Kontrolle.
Bezug: Reibung ist oft ein Symptom für fehlende Transparenz. Sie schwächt die Wirksamkeit von C.
11. Institutionelle Verzögerung
Definition: Zeitliche Diskrepanz zwischen Entscheidung und Kontrolle.
Bezug: Verzögerung erlaubt es Machtzentren, sich der Kontrolle zu entziehen – die „Lichtgeschwindigkeit“ der Rechtsmittel reicht nicht mehr aus.
12. Institutionelle Fehlsteuerung
Definition: Drift der Institution von ihrem Zweck weg.
Bezug: Tritt auf, wenn die Schwerkraft der Macht (P) die Bahn der Institution aus dem kontrollierten Feld (C) herauszieht.
13. Institutionelle Überlast
Definition: Überschreitung der Kapazitätsgrenzen.
Bezug: Überlast führt zur Reduktion von C (Kontrolle wird oberflächlich), was H drastisch sinken lässt.
14. Institutionelle Unterlast
Definition: Fehlende operative Masse.
Bezug: Führt zu institutioneller Trägheit, in der Macht ungehindert wuchern kann, weil niemand sie ernsthaft herausfordert.
15. Institutionelle Fehlallokation
Definition: Ressourcenverteilung entgegen der Kontrollnotwendigkeit.
Bezug: Wenn Ressourcen in die Aufrechterhaltung der Macht (P) statt in die Kontrolle (C) fließen.
16. Institutionelle Prioritätsverschiebung
Definition: Systemische Abweichung vom Kernzweck.
Bezug: Die Institution beginnt, ihre eigene Macht zu schützen statt das Gemeinwohl zu sichern.
17. Institutionelle Kapazitätsillusion
Definition: Selbstüberschätzung der Stabilität.
Bezug: Blindheit gegenüber dem Absinken von H, da die formale Struktur (P) fälschlicherweise als ausreichende Kontrolle interpretiert wird.
18. Institutionelle Kompetenzillusion
Definition: Überschätzung der eigenen fachlichen Distanz.
Bezug: Machtzentren glauben, ihre Macht sei moralisch neutral, was die Notwendigkeit von externer Kontrolle (C) negiert.
19. Institutionelle Verantwortungsdiffusion
Definition: Auflösung der Verantwortungskette.
Bezug: Macht wird entgrenzt, da sie an keinen konkreten Kontrollpunkt (C) mehr gebunden ist.