Demokratiephysik für die Kinder und Jugendhilfe

GLOSSAR – MODUL 2: FORMELN, MODELLE & MESSWERTE

Revision für “GLOSSAR – MODUL 2: FORMELN, MODELLE & MESSWERTE” erstellt am 28. Dezember 2025, 18:10:10

Titel
GLOSSAR – MODUL 2: FORMELN, MODELLE & MESSWERTE
Inhalt
<h2>1. H = P / C (Grundformel)</h2> <strong>Definition</strong>: Die zentrale Formel: Schaden an Menschlichkeit (H) entsteht, wenn Macht (P) größer ist als Kontrolle (C). <strong>Systemische Einordnung</strong>: Macht und Kontrolle sind messbare Größen, keine moralischen Kategorien. <strong>Bezug</strong>: Je höher P und je niedriger C, desto größer der Schaden. <strong>Beispiel</strong>: Ein Gutachten mit hoher Wirkung (P) und ohne Qualitätskontrolle (C) erzeugt massiven Schaden. <h2>2. Machtindex</h2> <strong>Definition</strong>: Quantifizierte Darstellung der verfügbaren Machtmittel eines Akteurs. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Macht wird operationalisiert, nicht gefühlt. <strong>Bezug</strong>: Ein hoher Machtindex erhöht P → H steigt. <strong>Beispiel</strong>: Jugendamt + Aktenhoheit + Gutachterempfehlung = hoher Machtindex. <h2>3. Kontrollindex</h2> <strong>Definition</strong>: Messgröße für die Stärke der Kontrollmechanismen im Verfahren. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Kontrolle ist Infrastruktur, nicht Moral. <strong>Bezug</strong>: Niedriger Kontrollindex → C sinkt → H steigt. <strong>Beispiel</strong>: Keine Beschwerdeinstanz = Kontrollindex nahe null. <h2>4. Verfahrenslast</h2> <strong>Definition</strong>: Die Menge an Anforderungen, die ein Verfahren auf Betroffene ausübt. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Hohe Last erzeugt strukturelle Ohnmacht. <strong>Bezug</strong>: Hohe Last senkt faktisch C, weil Betroffene nicht mehr reagieren können. <strong>Beispiel</strong>: 20 Schreiben in 14 Tagen → Verfahrenslast extrem hoch. <h2>5. Verfahrensrisiko</h2> <strong>Definition</strong>: Wahrscheinlichkeit, dass ein Verfahren Schaden erzeugt. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Risiko entsteht durch strukturelle Faktoren, nicht durch individuelle Fehler. <strong>Bezug</strong>: Risiko steigt, wenn P/C unausgeglichen ist. <strong>Beispiel</strong>: Einseitige Gutachterauswahl erhöht das Verfahrensrisiko. <h2>6. Verfahrensdichte</h2> <strong>Definition</strong>: Anzahl der Eingriffe, Maßnahmen oder Entscheidungen pro Zeiteinheit. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Hohe Dichte erzeugt Druck und Verzerrung. <strong>Bezug</strong>: Hohe Dichte erhöht P und senkt C gleichzeitig. <strong>Beispiel</strong>: Wöchentliche neue Auflagen → hohe Verfahrensdichte. <h2>7. Verfahrenskomplexität</h2> <strong>Definition</strong>: Anzahl der beteiligten Akteure, Regeln und Abhängigkeiten. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Komplexität erzeugt Blindzonen. <strong>Bezug</strong>: Komplexität senkt C, weil niemand mehr Überblick hat. <strong>Beispiel</strong>: Jugendamt + Gericht + Gutachter + Träger → hohe Komplexität. <h2>8. Eskalationskoeffizient</h2> <strong>Definition</strong>: Maß dafür, wie schnell ein Verfahren in Konflikt oder Druck übergeht. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Ein struktureller, kein emotionaler Parameter. <strong>Bezug</strong>: Hoher Koeffizient = P steigt schneller als C reagieren kann. <strong>Beispiel</strong>: Jede Nachfrage führt zu neuen Maßnahmen → hoher Koeffizient. <h2>9. Macht‑Kontroll‑Differenz (MKD)</h2> <strong>Definition</strong>: Die Differenz zwischen Machtprofil und Kontrollprofil eines Akteurs. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Die MKD ist der Kernindikator für systemischen Schaden. <strong>Bezug</strong>: Je größer die Differenz, desto höher H. <strong>Beispiel</strong>: Gutachter (P=hoch) + keine Qualitätsprüfung (C=niedrig) = hohe MKD. <h2>10. Institutionelle Reibung</h2> <strong>Definition</strong>: Energieverlust im System durch ineffiziente Abläufe, Verzögerungen oder Widersprüche. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Reibung ist ein physikalisches Prinzip. <strong>Bezug</strong>: Reibung senkt C, weil Ressourcen für Kontrolle fehlen. <strong>Beispiel</strong>: Akten müssen mehrfach angefordert werden → Reibung. <h2>11. Institutionelle Verzögerung</h2> <strong>Definition</strong>: Zeitliche Verschleppung von Entscheidungen oder Maßnahmen. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Verzögerung ist ein Machtmittel. <strong>Bezug</strong>: Verzögerung erhöht P, weil Betroffene handlungsunfähig werden. <strong>Beispiel</strong>: Gerichtstermin erst nach 9 Monaten. <h2>12. Institutionelle Fehlsteuerung</h2> <strong>Definition</strong>: Systematische Abweichung von gesetzlichen oder fachlichen Standards. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Fehlsteuerung ist strukturell, nicht individuell. <strong>Bezug</strong>: Fehlsteuerung erhöht P/C‑Ungleichgewicht. <strong>Beispiel</strong>: Jugendamt priorisiert Akten über Realität. <h2>13. Institutionelle Überlast</h2> <strong>Definition</strong>: Zustand, in dem eine Institution mehr Fälle hat, als sie bewältigen kann. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Überlast erzeugt Fehler, Verzerrung und Blindzonen. <strong>Bezug</strong>: Überlast senkt C → H steigt. <strong>Beispiel</strong>: Sachbearbeiter mit 80 Fällen. <h2>14. Institutionelle Unterlast</h2> <strong>Definition</strong>: Zustand, in dem Ressourcen falsch verteilt sind und wichtige Aufgaben liegen bleiben. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Unterlast ist genauso gefährlich wie Überlast. <strong>Bezug</strong>: Unterlast erzeugt strukturelle Trägheit → C sinkt. <strong>Beispiel</strong>: Wichtige Beschwerden bleiben unbearbeitet. <h2>15. Institutionelle Fehlallokation</h2> <strong>Definition</strong>: Ressourcen werden an falscher Stelle eingesetzt. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Fehlallokation ist ein Systemfehler. <strong>Bezug</strong>: Fehlallokation senkt C und erhöht P. <strong>Beispiel</strong>: Mehr Personal für Öffentlichkeitsarbeit als für Fallprüfung. <h2>16. Institutionelle Prioritätsverschiebung</h2> <strong>Definition</strong>: Wenn Institutionen interne Ziele über gesetzliche Aufgaben stellen. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Typisches Symptom institutioneller Drift. <strong>Bezug</strong>: Prioritätsverschiebung erhöht P/C‑Ungleichgewicht. <strong>Beispiel</strong>: Imagepflege wichtiger als Kindeswohl. <h2>17. Institutionelle Kapazitätsillusion</h2> <strong>Definition</strong>: Die Annahme, eine Institution könne mehr leisten, als real möglich ist. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Illusionen erzeugen systemische Risiken. <strong>Bezug</strong>: Illusionen senken C, weil Fehler nicht erkannt werden. <strong>Beispiel</strong>: „Wir schaffen das schon“ trotz Überlast. <h2>18. Institutionelle Kompetenzillusion</h2> <strong>Definition</strong>: Überschätzung der eigenen fachlichen Fähigkeiten. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Führt zu Fehlentscheidungen. <strong>Bezug</strong>: Kompetenzillusion erhöht P, weil Kontrolle nicht gesucht wird. <strong>Beispiel</strong>: Sachbearbeiter diagnostiziert psychische Störungen. <h2>19. Institutionelle Verantwortungsdiffusion</h2> <strong>Definition</strong>: Unklarheit darüber, wer für was verantwortlich ist. <strong>Systemische Einordnung</strong>: Diffusion ist ein Machtverstärker. <strong>Bezug</strong>: Wenn niemand verantwortlich ist, sinkt C auf null. <strong>Beispiel</strong>: „Dafür bin ich nicht zuständig.“
Auszug


AltNeuDatum erstelltAutorAktionen
28. Dezember 2025, 18:10:10 DerNerd
28. Dezember 2025, 18:10:02 [Automatische Speicherung] DerNerd
28. Dezember 2025, 18:08:49 DerNerd
28. Dezember 2025, 12:46:37 DerNerd